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'Carl Lutz und das legendäre Glashaus'

Ausstellung im Betreuungszentrum Heiden

1. - 20. Oktober 2017

Mit der Ausstellung «Carl Lutz und das legendäre Glashaus» erhalten wir Einblick in das Leben und Wirken des Walzenhauser Ehrenbürgers. Gut vier Jahre nach der Premiere im «Sonneblick» Walzenhausen kehrt die Wanderausstellung über den couragierten Schweizer Diplomaten Carl Lutz, der im Zweiten Weltkrieg in Budapest mit der Ausstellung von Schutzbriefen über 60 000 Juden das Leben gerettet hat, ins Vorderland zurück.

Die Ausstellung nimmt Bezug auf das Gebäude, das den verfolgten Juden während des Holocausts ab dem Frühling 1944 als Unterkunft diente. Es stand unter dem Schutz des damaligen schweizerischen Vizekonsuls Carl Lutz. Tausende von jüdischen Hilfesuchenden standen jeden Tag vor dem Glashaus Schlange, um einen Schutzbrief der Schweizer Gesandtschaft zu erhalten. Seit 2005 erinnern ein Gedenkzimmer und ein Denkmal an diese Rettungsaktion, die Carl Lutz vor allem von jüdischer Seite weltweit viel Lob einbrachte. Ausser von seinem Arbeitgeber im Bundeshaus, der ihm wegen Kompetenzüberschreitung einen Rüffel erteilte. Carl Lutz war hierzulande ein lange vergessener Held.

Seine Stieftochter Agnes Hirschi hält so gut wie möglich die Erinnerung an sein Erbe wach. Erst 20 Jahre nach seinem Tod, 1995, wurde der durch die ausgebliebene Anerkennung der offiziellen Schweiz verbitterte Carl Lutz, von Bundespräsident Kaspar Villiger, im Zuge der Aufarbeitung der Affäre «der nachrichtenlosen Vermögen», in einer Rede rehabilitiert. Sein Geburtsort Walzenhausen hatte allerdings schon früher reagiert und den Judenretter 1963 zum Ehrenbürger ernannt. Später kam eine Gedenktafel an der evangelischen Kirche dazu, und Carl Lutz ist auch Teil der unlängst eingeweihten «Friedens-Stationen» von Walzenhausen nach Heiden.

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