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Enthüllung der Gedenktafel am Geburtshaus in Walzenhausen

Videomitschnitt der Feier

Gegen 100 Personen - darunter Carl Lutz' Stieftochter Agnes Hirschi, sowie Vertreter aus Politik und Kirche - wohnten der Feier bei.

Es gelte die Erinnerung an einen Menschen mit Mut und Zivilcourage wachzuhalten, der in den Kriegsjahren in Budapest Zehntausende von jüdischen Menschen mit gewagten Aktionen selbstlos vor der Verschleppung in Konzentrationslager gerettet hat. Gerade in heutigen Zeiten könnte und müsste solches Handeln Vorbild sein, sagte der Ausserrhoder Regierungsrat Köbi Frei. Lutz habe als Diplomat genau gewusst, was staatliches Recht bedeutet, doch in Budapest habe er nicht weggeschaut, sondern seine Chance gesehen und «das Richtige getan», auch wenn er dabei seine Karriere, ja sein Leben aufs Spiel gesetzt habe, sagte der Regierungsrat. Dieser Tenor war auch aus den zahlreichen weiteren Reden und Grussadressen herauszuhören, die Carl Lutz als «Leuchtturm», «Beispiel» und «Lichtgestalt» auch für heutige und künftige Generationen würdigten.

Grusswort des Präsidenten des Vereins "Friedens-Stationen.ch"

Eines der verschiedenen Grussworte zur Einweihung der Gedenktafel am Geburtshaus von Carl Lutz sprach am 30. März 2019 der Präsident des Vereins "Friedens-Stationen.ch", Herr Hansjörg Ritter.

"Der am 25. März 2017 eingeweihte Weg „Appenzeller Friedens-Stationen“ ist ein ganz besonderer Weg der Humanität. Auf diesem Weg werden 10 Persönlichkeiten geehrt, die sich in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen und an verschiedensten Orten auf dieser Welt mit Zivilcourage und unter Eingehung grosser persönlicher Risiken für ihre Mitmenschen eingesetzt haben.

Das Ziel der Friedens-Stationen ist, die Persönlichkeiten und deren humanitären Werke für unsere Generation und für die Jugend nachhaltig in Erinnerung zu rufen. Sie sollen ein Vorbild für humanitäres Wirken sein. Um dieses Ziel zu erreichen, werden in diesem Jahr Schulklassen von Walzenhausen, Wolfhalden und Heiden in einem Pilotprojekt mit der Thematik vertraut gemacht und auf die Wanderung vorbereitet. Zusammen mit IRAS COTIS wurde ein visuelles und elektronisches Informations-Vermittlungs-Konzept entwickelt, mit dem sich Lehrende und Schüler mit den humanitären Werken der geehrten Persönlichkeiten befassen können. Sie sollen erkennen, dass es auch in ihrem eigenen Leben Situationen geben kann - in denen Zivilcourage gefragt und der persönliche Einsatz für humanitäre Aktionen / Taten - notwendig sind. Zum Informationsmaterial gehören Tablets auf denen Bilder, Dokumente und Kurz-Filme abgespeichert sind. In einem Rucksack befinden sich Unterlagen zu den einzelnen Stationen. Bei der Station von Carl Lutz gehört selbstredend auch eine Schutzbrief-Kopie dazu.

Ohne die Verdienste der neun anderen Persönlichkeiten, unter denen sich auch der Gründer des roten Kreuzes, Henry Dunant und der Vater der Armenier, Jakob Künzler sowie Paul Vogt der Gründer des Sonnenblick befindet, zu schmälern, darf Carl Lutz als eine ganz besondere „Lichtgestalt“ erwähnt werden.

Dank seinem mutigen Handeln konnte er unter Ausnutzung seiner diplomatischen Stellung 10-tausende jüdische Mitmenschen vor der Deportation ins Konzentrationslager retten und ihnen die Flucht in die Freiheit ermöglichen.

Dass er dabei die Grenzen der damaligen Rechtmässigkeit und persönlichen Kompetenzen überschritt und sich damit selbst in Gefahr brachte, nahm er ganz bewusst in Kauf.

Die heutige Einweihung der Gedenktafel am Geburtshaus von Carl Lutz ist für den Verein „Appenzeller Friedens-Stationen“ ein ganz besonderer Freudentag."

Hansjörg Ritter, Präsident Verein Appenzeller Friedens-Stationen, Walzenhausen, 30. März 2019

 

 

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